Autoanhänger – unser Guide für Kauf und Bedienung

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Autoanhänger sind vielseitig einsetzbar und besonders praktisch, wenn man öfters mal Möbel, Grün-Müll oder andere sperrige Gegenstände transportieren möchte. Natürlich kann man sich auch bei einer entsprechenden Verleihstelle für einen oder mehrere Tage einen Anhänger mieten. Aber mit der Zeit geht auch das ganz schön ins Geld. Lohnt sich also der Kauf eines eigenen Autoanhängers? Und worauf sollte man dabei achten? Welche Lasten darf man fahren und wie solltet ihr euer Fahrverhalten mit Hänger anpassen? Das alles erfahrt ihr in unserem ultimativen Autoanhänger-Guide.

Kauf oder Miete? Gebraucht oder Neu?

Wohl jeder hat schon einmal bei einem Umzug geholfen, große Mengen an Müll weggefahren oder Baumaterialien von A nach B gebracht. Ohne Hänger wären diese Aktivitäten meistens unmöglich zu meistern. Schließlich hat nicht jeder einen Transporter oder SUV in der Auffahrt stehen. Wenn ihr an dem Punkt angekommen seid, wo ihr lieber einen eigenen Hänger wollt, statt immer zum Verleih zu laufen, sollte euch bewusst sein, wie oft ihr diesen Hänger wirklich nutzen werdet. Denn natürlich bedeutet ein eigener Autoanhänger auch, dass ihr diesen selbst instand halten müsst, dass er TÜV braucht und auch ab und an repariert werden muss. Anders als bei Miethängern kommen beim Besitz eines Anhängers also noch ganz andere Verpflichtungen und auch laufende Kosten auf euch zu.

Wenn ihr allerdings oftmals einen Hänger benötigt und genug von jedweder Vermietung habt, dann bleiben euch die beiden Möglichkeiten entweder einen komplett neuen Hänger zu kaufen, oder einen gebrauchten. Beim Kauf eines gebrauchten Autoanhängers gibt es einiges zu beachten. Überprüft am besten den ganzen Hänger auf Roststellen und eingerissene Schweißnähte. Solltet ihr euch nicht um diese kümmern, kann es zu gravierenden Mängeln kommen. Besonders wichtig ist bei einem Anhänger, dass das Zugrohr, die Aufhängung und die Achse intakt sind. Auch das solltet ihr vor dem Kauf einmal überprüfen. Darüber hinaus ist es ratsam auszutesten, ob die Elektrik und eventuell die Bremsen auch funktionsfähig sind. Am besten macht ihr mit dem Hänger gleich vor Ort eine Testfahrt, um in Erfahrung zu bringen, ob er noch intakt und gut zu bedienen ist.

Welchen Autoanhänger braucht ihr?

Wieder geht es bei dieser Frage darum, was eure eigenen Ansprüche an den Anhänger sind. Möchtet ihr damit euren Müll zu einer Müllkippe fahren? Möchtet ihr damit Möbel und Ähnliches transportieren? Solange ihr „nur“ Gegenstände transportieren wollt, habt ihr die freie Auswahl. Euren Möbeln ist es egal, ob ihr einen Tieflader oder Hochlader besitzt. Tieflader haben eine sehr tiefe Ladefläche und besitzen oft massive Seitenwände, wohingegen Hochlader eine „offene“, höher sitzende Ladefläche haben. Wichtig ist hier nur die zu transportierenden Gegenstände richtig zu sichern. Für den Möbeltransport bietet sich zum Beispiel ein Tieflader mit Plane an, wohingegen für Mülltransporte auch ein Anhänger mit massiven Gitterwänden von Vorteil sein kann.

Zusätzlich könnt ihr euch zwischen gebremsten und ungebremsten Autoanhängern entscheiden. Die Vor- bzw. Nachteile liegen klar auf der Hand. Bei ungebremsten Modellen wird das Zugfahrzeug stärker beansprucht und der Bremsweg verlängert sich. Zudem bricht ein ungebremster Anhänger bei einer Vollbremsung schneller aus. Anhänger ohne Bremse sind aber meistens günstiger und für kleinere, leichtere Transporte ebenfalls geeignet.

Nur für den Viehtransport müsst ihr euch einen extra dafür vorgesehenen Hänger kaufen. Pferde, Hunde oder andere Tierarten sollten niemals auf einem normalen Autoanhänger transportiert werden. Das gleiche gilt übrigens auch für den Transport von Motorrädern und Autos. Hierfür gibt es ebenfalls spezielle Anhänger.

Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten?

Neben der Notwendigkeit einer aktuellen TÜV-Plakette, gibt es auch Bestimmungen zu der Ladung des Hängers. Alle Gegenstände, die über die Maße des Anhängers hinausragen, sollten markiert und somit für andere Autofahrer sichtbar gemacht werden. Außerdem wird empfohlen die Reifen des Anhängers nach spätestens sechs Jahren auszutauschen, da das Gummi irgendwann rissig wird.

Des Weiteren gibt es Vorschriften, welchen Führerschein ihr benötigt, um welche Art von Hänger führen zu dürfen. Bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen von Auto und Hänger zusammen, benötigt ihr die Führerscheinklasse B oder BE. Mit B96 könnt ihr Gespanne von bis zu 4,25 Tonnen ziehen. Die Klasse C1E ist dann der Lkw-Führerschein. Mit ihm dürft ihr bis zu zwölf Tonnen schwere Gespanne bedienen.

Tipps zum Rangieren mit dem Autoanhänger

Zunächst einmal solltet ihr üben, wenn ihr zum ersten Mal mit einem Hänger unterwegs seid. Das zusätzliche Gewicht verlängert nicht nur den Bremsweg, sondern sorgt auch für eine andere Kurvenlage. Mit einem Anhänger braucht ihr oftmals nicht nur mehr Zeit für enge und schwierige Straßenabschnitte, sondern ihr braucht auch mehr Platz. Es empfiehlt sich daher, die Außenspiegel so einzustellen, dass ihr zwar eine gute Sicht auf den Hänger habt, gleichzeitig aber auch noch gut hinter euch sehen könnt. Langsames Rangieren, gerade in Parkplätze, ist ebenfalls zu empfehlen. Und natürlich solltet ihr nicht vergessen, dass hier eine umgekehrte Lenkung aktiv wird. Lenkt ihr euren Wagen nach rechts, so wird der Hänger nach links ausscheren. Das alles zu beachten sollte, wie bereits erwähnt, am besten vorher einmal auf einer freien Fläche geübt werden.


Photot by Iwona Olczyk pn Pixabay