Dashcams fürs Auto – Hilfe oder Selbstbelastung?

Ein Unfall ist schnell passiert. Einmal für eine Sekunde nicht aufgepasst und schon steckt man in der Misere. Dabei ist das Schlimmste bei einem kleineren Unfall zumeist nicht der entstandene Schaden selbst, sondern die alles entscheidende Frage: Wer hat denn nun Schuld? Unübersichtliche Kreuzungen, enge Straßen oder nur schlecht ausgeschilderte Passagen laden zu fehlerhaftem Verhalten ein. Außerdem lassen sie nicht immer direkt erkennen, wer nun eigentlich der Verursacher des Unfalls war. Abhilfe schaffen und im Zweifelsfall Kosten und Nerven sparen, kann dabei eine Dashcam. Eine kleine Kamera, die man vorne im Auto installiert. Aber was bringen die Dashcams wirklich? Ist es sinnvoll sich eine anzuschaffen oder bloßes Verschwenden von Geld?

Dashcams sind rechtlich umstritten

Vielleicht sollten vorneweg die wichtigsten Fragen geklärt werden. Ist eine Dashcam rechtlich überhaupt erlaubt? Und werden ihre Aufzeichnungen als Beweismittel anerkannt? Auf der Seite des ADACs heißt es dazu ganz klar, dass Videos, die von einer Dashcam aufgezeichnet werden, trotz Verstoß gegen den Datenschutz von Privatpersonen im Falle eines Unfalls als Beweismittel zulässig sind. Erlaubt ist es jedoch nicht, eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Fahrzeug über einen längeren Zeitraum aufzuzeichnen. Oder gar die entstanden Videos online zu veröffentlichen. Damit verstößt ihr gegen das Recht auf informelle Selbstbestimmung des anderen Fahrers.

Auch das Anzeigen von Fehlverhalten anderer Fahrer, das ihr zufällig mit eurer Dashcam aufgezeichnet habt, kann strafrechtlich verfolgt werden. Es bleibt also festzuhalten, dass jegliches Filmen von fremden Personen oder Fahrzeugen euch in rechtliche Schwierigkeiten bringen kann. Sollte euch jedoch tatsächlich ein Unfall passieren, dessen Schuldfrage mit den Aufzeichnungen der Dashcam geklärt werden kann, so wird dieses Videomaterial als Beweismittel vor dem Gericht meist zugelassen.

Welche Dashcam eignet sich?

Im Gegensatz zu Deutschland sind Dashcams in den USA oder Russland schon längst etabliert. Dementsprechend viele Hersteller gibt es inzwischen, die verschiedene Modelle für verschiedene Verwendungszwecke anbieten. Viele dieser Kameras sind sich sehr ähnlich. Allerdings gibt es einige generelle Dinge, auf die man beim Kauf einer Dashcam für das Auto achten sollte.

Die einfachste Art eine Dashcam im Auto zu befestigen ist mittels eines Saugnapfs. So könnt ihr die Kamera auch problemlos wieder aus dem Auto entfernen. Achtet darüber hinaus ganz besonders darauf, ob die Kamera sowohl am Tag als auch in der Nacht gute Aufnahmen macht. Full-HD ist hier das Mindeste. Wie bereits erwähnt kann es allerdings zu rechtlichen Schwierigkeiten kommen, wenn man durchgehend den Verkehr vor sich filmt. Deswegen solltet ihr darauf achten, euch eine Dashcam anzuschaffen, die lediglich dann zu filmen beginnt, wenn man abrupt mit dem Auto bremst oder ein Aufprall vernommen wird. Darüber hinaus gibt es ebenfalls Kameras, die jeweils einminütige Videos aufnehmen, die sofort mit dem nächsten einminütigen Video wieder überschrieben werden.

Fazit

Im Ernstfall können Dashcams also sehr nützlich sein. Allerdings gibt es einige Einschränkungen, die ihr beachten solltet. Das ununterbrochene Filmen des Verkehrs ist verboten und selbst bei einem tatsächlich aufgezeichneten Unfall wird das Video vor Gericht nicht immer zugelassen. Solltet ihr euch trotzdem für eine Dashcam entscheiden, so achtet vor allem auf die Aufnahmequalität und die Aufnahmeart der Kamera. Einen ausführlichen Test für Dashcams findet ihr hier. Wir wünschen allzeit gute Fahrt!


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