Neuer Elektro-Sportwagen Porsche Taycan lernt Tesla das Fürchten

Porsche Taycan

Porsche hat vor Kurzem sein erstes E-Auto präsentiert. Um die beiden neuen sportlichen Serienmodelle Taycan Turbo und Turbo S in Szene zu setzen, wurde eine spektakuläre Weltpremiere, die zeitgleich auf drei Kontinenten stattfand (Europa, Amerika, Asien), auf die Beine gestellt. „Dieser Tag markiert den Beginn einer neuen Ära“, erklärt Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Das klingt zunächst nach dem üblichen Brimborium rund um ein neues Produkt. Das wäre es auch gewesen, gäbe es nicht Elon Musk.

Der Chef des auf die Herstellung von Elektroautos spezialisierten Unternehmens Tesla, muss offenbar ordentlich Bammel vor dem neuen E-Porsche bekommen haben. Anders lässt es sich nicht erklären, dass er kurz nach der Präsentation des Taycan via Twitter einige spitzzüngige Kommentare über die neue viertürige Porsche-Sportlimousine von sich gab. Zittert der amerikanische E-Auto-Pionier vor dem neuen elektrischen Sportwagen aus Deutschland?

Welchen künstlich erzeugten Klang der neue E-Porsche hat, lässt sich übrigens am Ende des obigen Videos hören. Ein wenig ähnelt er dem des BMW Vision M NEXT. Hier könnt ihr mehr über die Geräuschpflicht von E-Autos erfahren. Allen E-Auto-Fans dürfte zudem die Nachricht gefallen, dass die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland stark angestiegen ist.

Porsche Taycan Turbo – ein „Tesla-Killer“?

Auf Twitter wies Musk darauf hin, dass die Stuttgarter gar nicht wissen würden, was „Turbo“ eigentlich bedeute. Offenbar spielte er damit darauf an, dass ein Turbolader Verwendung in Verbrennungsmotoren findet – also etwas, was einem E-Auto vom Grundsatz her widerspricht.

Doch damit nicht genug: Musk und sein Unternehmen lassen es auf eine handfeste Machtdemonstration angekommen. Das neue Model S von Tesla soll sich nun spontan auf der Nürburgring-Strecke beweisen und die Zeit des Taycan, welche bei sieben Minuten und 42 Sekunden liegt, schlagen. Eine Zeit, so Musk, die ziemlich gut sei, weshalb der Taycan auch – so viel Lob darf offenbar sein – ein gutes Auto sein müsse.

Der CEO von Tesla hat es mal wieder geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Böse Zungen würden behaupten, dass das ein Gebaren eines Platzhirsches ist, der um seine dominante Position bangt. Und damit zurück zum eigentlichen Thema: Was für ein Auto, das sogar schon als „Tesla-Killer“ bezeichnet wurde, hat Porsche eigentlich präsentiert?

Fahrgefühl wie bei einem 911er

Das Unternehmen verspricht einen elektrischen Sportwagen mit Porsche-typischer Performance, Konnektivität und vollumfänglicher Alltagstauglichkeit. Auch wollen sie neue Maßstäbe in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung gesetzt haben. Wir haben uns in einem anderen Artikel bereits damit auseinandergesetzt, wie umweltfreundlich Elektromobilität derzeit wirklich ist.

Porsche Taycan Turbo
Porsche Taycan Turbo – Image by Porsche

Porsche Taycan Turbo – Hightech-Kraftpaket

Satte 761 PS hat das S-Model von Porsche bei maximal 560 kW zu bieten. Die etwas weniger leistungsstarke Variante kommt auf gleichermaßen beeindruckende 680 PS. Der Turbo S soll in 2,8 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen, der Turbo schafft dasselbe in 3,2 Sekunden. Auch das könnte übrigens wieder ein Anlass für Musk sein, Teslas vermeintliche Überlegenheit zu demonstrieren: Denn das Model S (Ludicrous+ von Tesla) aus Kalifornien braucht dafür lediglich 2,4 Sekunden.

Die Reichweite des Taycan beträgt bis zu 450 beziehungsweise 412 Kilometern. Beide Allradmodelle kommen auf 260 km/h Höchstgeschwindigkeit. Besonders interessant ist, dass der E-Porsche mit einer Systemspannung von 800 Volt an den Start geht – das ist doppelt so viel wie für Elektroautos üblich. Aber genau deswegen ist es möglich, dass der Taycan mit Gleichstrom im Schnellladenetz in rund fünf Minuten Energie für 100 Kilometer Reichweite geladen hat.

Die Ladezeit bei Idealbedingungen von fünf bis 80 Prozent soll gerade einmal 22,5 Minuten betragen. Die Rekuperationsleistung, also die Rückgewinnung von Energie durch Bremsvorgänge, wird mit 265 kW angegeben. Damit ist sie wesentlich höher als bei E-Modellen von Konkurrenten.

Interieur des Porsche Taycan
Interieur des Porsche Taycan – Image by Porsche

Insbesondere das Interieur-Design macht im Vergleich mit dem Model S von Tesla einiges her. Es wirkt durch die vielen Bildschirmflächen wesentlich lebendiger, einladender und futuristischer. Ziel von Porsche ist es gewesen, auf klassische Bedienelemente wie Schalter oder Knöpfe zu verzichten. Und das kann sich sehen lassen: Großzügige Touch-Displays sorgen für eine smarte und intuitive Bedienung. Eine Sprachsteuerung ist selbstverständlich auch mit an Bord.

Fährt Formel 1-Weltmeister für Team „Tesla“?

Der Porsche Taycan Turbo S und der Turbo sind ab sofort bestellbar. In Deutschland darf mit einem Preis inklusive länderspezifischer Ausstattung und Mehrwertsteuer von 185.456 beziehungsweise 152.136 Euro gerechnet werden.

Wann genau Musk sein Model S auf dem Nürburgring fahren lassen wird, ist offenbar noch nicht bekannt. Seinen Tweets zufolge soll die Fahrt aber noch diese Woche stattfinden. Nico Rosberg, ehemaliger Rennfahrer und Formel 1-Weltmeister, hat übrigens schon angeboten, den Tesla für Musk auf dem Ring kurven zu lassen.


Porsche Taycan Turbo, Images by Porsche AG