Sieht so das Reisemobil der Zukunft aus?

VisionVenture Reisemobil (Konzeptfahrzeug)

Innovation trifft Vision“ lautet das Motto, unter dem die Herstellung des Konzeptfahrzeugs VisionVenture stand. Das Reisemobil der Zukunft, entwickelt von der deutschen Wohnmobilmarke Hymer und dem Chemiekonzern BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik), soll nicht nur neue Standards setzen, sondern gleich eine ganz neue Fahrzeugkategorie begründen.

Mit 3D-Druckverfahren hergestellte Karosserieteile, eine von BASF hergestellte Lackierung mit „Chromacool-Technologie“, Allradantrieb, Dach- und Heckterrasse mit ausziehbarer BBQ-Station sowie ein pneumatisches Schlafdach: Das äußerst moderne Reisemobil hat viel zu bieten und kann gleichzeitig durch sein integratives Frontdesign mit herkömmlichen Reisemobil-Konzepten brechen.

Das Concept Car VisionVenture ist unsere Interpretation von modernem Vanlife“, erklärt Christian Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hymer. „Eine wichtige Inspirationsquelle bei diesem Projekt war die Camper Community, die uns mit ihren kreativen Ideen und Selbstausbauten neue Denkanstöße geliefert hat.

Der VisionVenture fällt aus der Reihe

Die auf dem Caravan Salon 2019 präsentierte Konzeptstudie soll aufzeigen, wie mobiles Reisen im Jahr 2025 aussehen könnte. Der Hersteller hat sich dafür insbesondere auf drei Aspekte fokussiert: Design, Autarkie und Leichtbau. Der VisionVenture erinnert zunächst an einen Campingbus, muss aber tatsächlich als sogenanntes aufgebautes Reisemobil gelten, da die Wohnkabine aufgesetzt wurde.

Gegen die Einordnung als teilintegriertes Wohnmobil spricht übrigens, dass der VisionVenture über kein erhöhtes Dach auf Fahrerkabine verfügt, sondern über die bereits erwähnte und aufblasbare Schlafkabine. Der Vollständigkeit halber sei jetzt noch erwähnt, dass es sich auch nicht um ein vollintegriertes Wohnmobil handelt, da die Fahrzeugfront (Triebkopf, Türen, Scheinwerfer, Kühlergrill etc.) des Serienfahrzeugs übernommen wurde.

Mit anderen Worten: Hymer und BASF haben in der Tat etwas geschaffen, was sich nicht auf übliche Weise kategorisieren lässt. Deshalb ist es zumindest nicht ganz falsch, dass von einer neuen Fahrzeugkategorie die Rede ist – aus marketingtechnischer Sicht ist das sogar verständlich. Der eigentliche Clou des Designs ist nun aber, dass der Übergang vom Basisfahrzeug, in diesem Fall ein Mercedes-Sprinter, zum Aufbau nicht mehr deutlich sichtbar ist. Das liegt auch daran, dass die Hersteller die Windschutzscheibe weiter nach vorne verlegt und die Motor- und Dachhaube angepasst haben.

VisionVenture Reisemobil (Konzeptfahrzeug)
VisionVenture, Image by Hymer

Multifunktionales Schlafdach

Der von BASF entwickelte grüne Lack soll die Erwärmung der Fahrzeugoberfläche um 20 Grad reduzieren und die des Innenraums um bis zu vier Grad. Zusammen mit den aus dem 3D-Drucker stammenden und besonders robusten Radlaufverkleidungen kommt ein veritabler Offroad-Look zustande.

Was genau zeichnet aber das als Reisemobil der Zukunft gepriesene Fahrzeug, neben den designtechnischen Besonderheiten, noch aus? Ein Hingucker ist das aufblasbare – und damit wahrscheinlich sehr leichte – Schlafdach. Es besteht aus stark isolierenden und rund sieben Zentimeter dicken Außenwänden mit einer Wabenstruktur. Diese lassen sich sowohl mit beheizter als auch gekühlter Luft befüllen.

Richtung Heck lässt sich die Schlafkabine öffnen und wandelt sich somit zu einer Art Dachterrasse. Auf der Verschalung des Schlafdachs sind außerdem Solarzellen angebracht, die für noch mehr Autarkie auf Reisen sorgen sollen. Auch der Innenraum kann sich sehen lassen. Für das Material der Ausstattung wurde auf Hochleistungskunstoffe von BASF gesetzt. Aber auch auf leichte und natürliche Materialien wie Leder, Holz, Filz und sogar Bambus hat Hymer verbaut.

Pfiffige Innenausstattung

Ganz allgemein gesprochen erinnert das Innere des VisionVentures an ein Tiny House – vor allem aufgrund der Treppe, die ins aufblasbare Schlafgemach führt. Aber auch sonst zeigt sich die Raumnutzung so ausgeklügelt wie praktisch. Unter anderem aufgrund eines Schienensystems, mit dem sich beispielsweise Bilder aber auch Küchenutensilien anordnen lassen. Für die extra Portion Stauraum sorgt übrigens der seitlich ausziehbare Treppenaufgang.

VisionVenture Reisemobil Inneneinrichtung (Konzeptfahrzeug)
Innenausstattung VisionVenture, Image by Hymer

Das Reisemobil der Zukunft hat zudem eine vollwertige Küche mit Spüle, Induktionsherd und einer Arbeitsflächenerweiterung zu bieten. Des Weiteren gibt es für den drehbaren Beifahrersitz einen ausklappbaren Arbeitsplatz mit eigener LED-Beleuchtung und Magnetpinnwand. Selbstverständlich hat auch das Bad einige Tricks auf Lager. So lässt sich beispielsweise das Waschbecken seitlich wegklappen, womit Platz für eine geräumige Duschkabine geschaffen werden kann.

Christian Bauer ist sich sicher: „Von den zahlreichen Innovationen und äußerst kundenorientierten Lösungen werden wir sicherlich einige Elemente in nicht allzu ferner Zukunft in unseren Serienfahrzeugen einsetzen können.


Konzeptfahrzeug VisionVenture, Image by Hymer