Smartphone am Steuer – das sagt das Gesetz

Tatort Smartphone am Steuer: Wir haben es doch alle schon einmal getan. Das Handy während der Fahrt in der Hand gehabt, obwohl wir wissen, dass das verboten ist. Ausreden wie „ich wollte nur kurz die Playlist wechseln“ oder „ich wollte nur die Nachricht lesen“, helfen einem im Ernstfall aber nicht weiter. Denn die Ablenkung durch das Smartphone am Steuer ist inzwischen zu der häufigsten Unfallursache auf deutschen Straßen geworden. Schon seit September 2017 gibt es deswegen strengere Gesetze, die die Benutzung des Handys beim Fahren stark regulieren. Aber was genau für Bestimmungen sind das und ist es wirklich so schlimm, wenn ich mal eben einen Blick zum Display riskiere?

Nutzung jeglicher Art ist verboten

Ja, leider reicht im schlimmsten Fall der Blick zum Smartphone schon aus, um einen Unfall zu verursachen. Deswegen lässt der Gesetzesgeber hier keine Lücken oder Schlupflöcher frei. Tatsächlich ist jegliches Nutzen des Smartphones während der Fahrt untersagt. Egal ob man nur eben das Lied wechseln wollte, oder eine Nachricht gelesen hat, ohne das Handy überhaupt anzufassen. Wer sein Handy während der Fahrt in irgendeiner Weise bedient, macht sich strafbar. Das gilt im Übrigen nicht nur für Smartphones, sondern auch für iPods, Tablets, eReader oder sogar Audiorekorder. Im Prinzip gilt das Bedienungsverbot für jedes technische Gerät, für das man den Blick von der Straße nehmen muss, um es zu benutzen.

Zusätzlich gilt auch die Nutzung des Smartphones als Navigationssystem als strafbar, insofern man keine Halterung an der Frontscheibe angebracht und das Handy dort drin platziert hat.

Regelung für andere Displays

Aber Moment. Wenn jeder Blickkontakt zu einem Display prinzipiell strafbar ist, sind die Touchscreens und andere Displays in Autos überhaupt noch erlaubt?

Dass man sich vor technischem Fortschritt nicht verschließen und Displays in Autos nicht komplett verbieten kann, ist auch dem Gesetzgeber klar. Aber er hat auch hier gewisse Rahmenbedingungen geschaffen. Weiterhin genutzt werden dürfen einerseits integrierte Vorlese- und Sprachfunktionen. Wer sein Auto per Sprachbefehl steuert ist also sicher. Auch Navigationssysteme dürfen weiterhin benutzt werden, solange sie nicht aktiv bedient werden müssen. Im Gesetzestext steht somit, dass ein „kurzer Blick“ erlaubt ist, sofern er der Bedienung des Autos dient, wie bei einem Navigationssystem und nicht der persönlichen Unterhaltung. Somit sind auch Head-Up-Displays an der Fahrerscheibe weiterhin legal, solange sie keine übermäßige Ablenkung darstellen.

Bei Rückfahrkameras und Ähnlichem gilt weiter die Regelung, dass der Blick nur für längere Zeit auf den Bildschirm gerichtet werden darf, wenn im Schritttempo gefahren wird. Weiterhin gilt die Regelung, wer einen eingeschalteten Motor hat, für den Tritt das Nutzungsverbot in Kraft. Nachgebessert wurde das Gesetz dahingehend, dass auch Autos mit Start-Stopp-Automatik an der Ampel jetzt von dem Nutzungsverbot eingeschlossen sind. Nur wer explizit nicht am Straßenverkehr teilnimmt, der darf auch seine Mobilgeräte uneingeschränkt nutzen.


Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay