Uniti One: Günstiges Elektroauto aus Schweden

In Schweden designet, gebaut für die Welt – mit diesem Leitspruch präsentiert das schwedische Startup Uniti sein erstes Auto. Das preiswerte Elektroauto soll vor allem für das Fahren in Städten eine sparsame Alternative darstellen.

Kaum größer als ein Smart

Der Uniti One wird mit seinen 2,91 Metern eines der kürzesten Autos auf der Straße sein, aber immerhin noch länger als ein Smart. Das Auto aus Verbundbiomaterialien und Karbonfaser soll nur 450 Kilogramm Leergewicht auf die Waage bringen. Aufgrund des geringen Gewichts macht die mit 26KWh eher geringe Leistung des kleinen Elektroflitzers nichts aus. Die Reichweite wird mit 240km angegeben, was für den Fokus auf städtische Regionen im Regelfall ausreicht.

Der Unity One erreicht Spitzengeschwindigkeiten von 130km/h und beschleunigt von 0 auf 80 in nur drei Sekunden. Mit einem Einstiegspreis von 14.900 Euro für die einfachste Variante, ist der Uniti One auch günstiger als vergleichbare Autos. Der Düsseldorfer e.Go Life ist beispielsweise ab 15.900 Euro und der Smart ed fortwo ab rund 22.000 Euro erhältlich.

Keine Familienkutsche

Seid ihr auf der Suche nach einem neuen Familienauto, werdet ihr mit dem Unity One nicht glücklich. Zwar soll das Auto wahlweise als Zwei-, Vier- oder Fünfsitzer auf den Markt kommen, ist aber vom Stauraum und Reichweite nicht an die Anforderungen des Familienalltags angepasst. Der Unity One eignet sich am besten als Pendler-Fahrzeug. Geringe Anschaffungskosten, eine kompakte Bauweise und der bei dem Gewicht niedrige Energieverbrauch, machen ihn perfekt für regelmäßige, aber kurze Strecken.

Das schwedische Unternehmen ist sich aber eines weiteren Marktes für Elektroautos bewusst. Das Auto ist von Haus aus „Fleet Ready“, also so konstruiert, dass es sich beispielsweise einfach von Car Sharing-Anbietern nutzen lässt.

Bald bei Media Markt?

Hinter dem Uniti One steckt kein großes Unternehmen, sondern ein junges Startup. Entsprechend gibt es kein klassisches Händlernetzwerk wie bei großen Marken. Uniti setzt stattdessen auf den Onlinehandel und die Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerfirmen. Uniti CEO Lewis Horne sieht den Elektroflitzer eher neben neuesten Smartphones und Heimeleketronik, als bei einem klassischen Autohändler.

Unter anderem dienten bereits zwei schwedische Mediamärkte als Showroom für das Elektroauto. Der Pilottest lief so gut, dass man sich sogar eine intensivere Zusammenarbeit vorstellen kann.

Ebenso gibt es eine Partnerschaft mit E.ON. Schwedische Kunden erhalten beim Kauf des Uniti One auch ein Strompaket dazu. Fünf Jahre lang bekommen diese damit den Ladestrom aus Solarenergie garantiert.

Auch die Technik ist anders

Unüblich ist auch die Steuerung des Autos. Zwar kann der Käufer das Auto auch klassisch mit einem Lenkrad erwerben, vorgesehen ist jedoch eine Steuerung mit zwei Joysticks. Die an Flugzeugen orientierte Steuerungsart nutzt eine Steer-by-wire-Technik, bei dem das nach vorne Schieben der beiden Lenkradgriffe das Auto beschleunigt. Damit dürfte das Auto auch ideal für Personen sein, die ihre Beine nicht vollständig nutzen können.

Auch die Fertigung geht mit der Zeit. Im Oktober stellte Uniti eine Pilotfertigungsanlage für ihr Auto im Silverstone Park vor, dem „Home of British Motor Racing“. Die Fertigungsanlage funktioniert vollautomatisch und soll als Blaupause für weitere weltweite Montagewerke der Industrie 4.0 dienen. Bis 2020 soll die Fertigungsanlage betriebsbereit sein.


Photo by Karl-Fredrik von Hausswolff via Uniti One