Volkswagen sagt mit We Share Carsharing Plattformen wie Car2Go und DriveNow den Kampf an

Bereits im August kündigte Volkswagen an, in den Carsharing-Markt einzusteigen. Mit 1.500 e-Autos aus der Golf-Reihe, greifen sie ab April 2019 mit „We Share“ den Markt in Berlin an. Im Laufe des Jahres folgen dann weitere 500 e-up!s. Ab 2020 wird die Flotte schließlich nach und nach auf die ersten Modelle der Volkswagen I.D.-Familie umgestellt. Auf der Fachkonferenz Mobility Circle in Hamburg, ging Volkswagens Intermodality-Stratege Augustin Friedel etwas mehr ins Detail.

Von Berlin nach ganz Europa

Nach Angaben von Gründerszene, sieht sich Volkswagen mit We Share als eine umfassende Mobilitätsplattform, die in einer App gebündelt werden soll. Zu Beginn konzentriert sich We Share mit einer stationslosen Autovermietung auf Berlin. Von dort aus soll schließlich  die Expansion nach Europa erfolgen.

Mit einem P2P-Carsharing kommt eine Fahrzeugvermietung durch Privatpersonen hinzu. Später könnte auch Mikromobilität in Form von E-Scootern oder VWs Cityskatern hinzukommen. Auch Ride-Hailing, Shuttle Services oder der öffentliche Nahverkehr ließe sich mit dem We Share-Angebot verknüpfen.

Volkswagen ist spät dran

Es ist nicht VWs erstes Carsharing-Projekt. Januar 2016 stellte Volkswagen sein damaliges Carsharing-Projekt Quicar ein. Damit hisste der Autohersteller nach mehr als vier Jahren die weiße Flagge. Nun wagt man mit We Share einen neuen Angriff, obwohl car2go (Daimler) und DriveNow (BMW) den Markt fest in der Hand haben. Ausgerechnet die beiden Marktführer haben dieses Jahr erst gemeinsame Sache beschlossen.

Mit E-Power zu einer jüngeren Zielgruppe

Die Entscheidung erst in einer Stadt anzufangen, könnte der richtige Ansatz sein. Mit 2.000 Autos wäre man dort ein tatsächlicher Konkurrent für Car2Go und DriveNow, die in Berlin zusammen auf eine nur leicht größere Flotte kommen.

Volkswagen gibt sich mit We Share zudem modern und setzt komplett auf Elektromobilität. Wie die meisten Autohersteller, leidet auch VW unter immer älter werdenden Neuwagen-Käufern. Mit Elektromobilität und Carsharing lässt sich die nachkommende Generation besser an die Automarke binden.

Das Wolfsburger Unternehmen führt derzeit eine starke Elektro-Offensive und hat sich kürzlich Batterien für 50 Millionen Elektroautos gesichert.