Wie umweltfreundlich ist Elektromobilität wirklich?

Wenn es um den Umweltschutz geht, gibt es inzwischen verschiedenste Ansätze, um CO2 zu reduzieren und nachhaltiger zu leben. Während es in anderen Lebensbereichen wie dem Haushalt oder der Industrie in den letzten Jahren bereits zu einer Reduzierung der Emissionen gekommen ist, haben die Emissionen im Verkehr um 23 Prozent zugenommen. Grund dafür ist die steigende Anzahl an gemeldeten Autos. Im letzten Jahr waren auf deutschen Straßen etwas über 50.000 Elektroautos unterwegs. Zum Vergleich: insgesamt sind in Deutschland 46 Millionen Fahrzeuge gemeldet. Ein verschwindend geringer Teil der Deutschen fährt also mit E-Autos. Aber bringt es heute überhaupt etwas, wenn man von einem Verbrenner auf ein Elektrofahrzeug umsteigt? Wie viele Emissionen werden tatsächlich mit den Elektroautos reduziert?

Problembereich Herstellung

Wer auf der Straße mit einem E-Auto unterwegs ist, der ist nicht verantwortlich für schädliche Abgase, die in die Umwelt gelangen, richtig? Leider nicht ganz. Rein auf der Straße betrachtet, sind Elektro-Autos natürlich sauberer als herkömmliche Fahrzeuge. Aber die Schwierigkeiten mit der Umweltbilanz der Elektroautos fängt schon in der Herstellung an. Die Produktion eines elektrischen Autos kostet deutlich mehr Energie, als die Herstellung eines Wagens, der mit fossilen Brennstoffen betrieben wird. Zudem werden in den Batterien seltene Erden und Metalle verbaut, deren Beschaffung oft noch unter menschenunwürdigen Umständen passiert. Außerdem werden viele der verwendeten Akkus in China produziert, wo keine erneuerbaren Energien bei der Herstellung benutzt werden, sondern Energie aus Kohle und Atomkraftwerken.

Strom in Deutschland ist nicht grün

Und damit wären wir bei dem nächsten derzeitigen Problem mit Elektromobilität: Der Strom der aus deutschen Steckdosen kommt besteht nur circa zu einem Drittel aus erneuerbaren Energien. Die meisten Elektroautos haben aber noch eine geringe Reichweite und einen hohen Energieverlust, sodass sie oft aufgeladen werden müssen. Da die restliche Energie weiterhin aus Kohlekraftwerken und anderen fossilen Rohstoffen kommt, ist das Aufladen der E-Autos oftmals nicht so umweltfreundlich wie viele meinen.

Die Entsorgung

Ein weiteres großes Problem ist, dass viele Batterien über die Zeit verschleißen und ausgetauscht werden müssen. Wohin dann aber mit den Batterien? Die Entsorgung ist sehr aufwendig und ebenfalls nicht wirklich umweltfreundlich.

Bedeuten diese ganzen negativen Punkte nun also, dass wir von der Elektromobilität komplett absehen sollten? War es das mit der versprochenen grünen Wende und der Reduzierung der Auto-Abgase? Nicht ganz. Auch wenn es im Moment noch viele Baustellen der Elektromobilität gibt, bedeutet das nicht, dass in ihr kein Potenzial steckt. Forscher arbeiten jeden Tag daran die Motoren der Autos effizienter zu gestalten und auch die Herstellung an und für sich dem Ziel des Umweltschutzes mehr und mehr anzupassen. Viele Experten fordern außerdem, dass zunächst etwas in der Politik geschehen muss, damit Deutschland mehr und mehr auf erneuerbare Energien setzt. Wenn wir es irgendwann schaffen komplett auf Kohle und Co zu verzichten, so meinen viele, ist auch die umweltfreundliche Wende im Straßenverkehr nicht mehr weit.


Image by Ismael Marder from Pixabay

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